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Geschichte



Frühgeschichtliche Spuren

Erste Spuren des modernen Menschen im Gebiet des Neckar-Odenwald-Kreises sind zwischen 9000 und 7000 v. Chr. anhand von Funden mittelsteinzeitlicher Geräte bei Auerbach belegt. Im Neckartal und in Osterburken konnten die Linienbandkeramiker der Jungsteinzeit als älteste ackerbautreibende Bevölkerung auf dem Gebiet Baden-Württembergs nachgewiesen werden. Als weiterer frühgeschichtlicher Markstein ist die aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. datierte keltische Vierecksschanze bei Gerichtstetten zu nennen. Sie ist die einzige vollständig erhaltene Anlage dieser Art im Regierungsbezirk Karlsruhe.

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Keltische Viereckschanze

Römerzeit

Die Zeit der römischen Anwesenheit im Kreisgebiet ist untrennbar verbunden mit der Errichtung eines Grenzwalls gegen die feindlichen Germanen, des sogenannten Odenwaldlimes. Bis 100 n. Chr. fertiggestellt und in der Folgezeit weiter ausgebaut schloss dieses aus Holzpalisaden, Gräben und Wachttürmen bestehende Bauwerk die Lücke zwischen dem Main- und Neckarlimes, der "nassen" Grenze des Römischen Reiches im südwestlichen Germanien. Kastelle in den heutigen Orten Schlossau, Oberscheidental, Robern, Trienz und Neckarburken sicherten den Odenwaldlimes gegen Angriffe ab.

Um die Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. wurde der Grenzwall ca. 15 bis 20 km nach Osten verlegt. Der sogenannte Vordere Limes bot einen besseren militärischen Schutz und ermöglichte außerdem die kürzeste Ost-West-Verbindung zwischen den römischen Kolonien Augsburg und Mainz. Im Kreisgebiet verlief er entlang einer annähernd geraden Linie zwischen den Kastellen Walldürn und Osterburken. Mit dem Einbruch der Alemannen in das Grenzgebiet um 260 n. Chr. war die Zeit der römischen Herrschaft beendet.

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Überreste eines römischen Kastells

Mittelalter

Mit der fränkischen Herrschaft ab dem 6. Jahrhundert begann der frühmittelalterliche Landesausbau, der sich mit Siedlungsrodungen im Odenwald bis ins 13. Jahrhundert fortsetzte. Das Gebiet des Neckar-Odenwald-Kreises lag verwaltungsmäßig im fränkischen Gau Wingarteiba (Weingartengau). Zu den bedeutenden Grundherrschaften des Mittelalters zählten das Kloster Amorbach, das Kloster Lorsch, die Abtei Mosbach und das Bistum Würzburg. Gegen Ende des Hochmittelalters entwickelten sich die Herren von Dürn im Bauland und den angrenzenden Gebieten als Gefolgsleute der Staufer vorübergehend zu einer großen, herrschaftsbildenden Kraft des Raumes, bevor ihre Herrschaft durch Teilungen, Verpfändungen und Verkäufe in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts zusehends zerfiel.

Vom Spätmittelalter bis 1803 waren die rheinische Pfalzgrafschaft, das Erzstift Mainz, das Hochstift Würzburg, und die in den Ritterkantonen Odenwald und Kraichgau lose zusammengeschlossenen Reichsritter des Kreisgebiets die bestimmenden territorialen Machtfaktoren. Die Stadt Mosbach war in der Zeit von 1410 bis 1499, also etwa ein Jahrhundert lang, Residenz der pfalzgräflichen Seitenlinie Pfalz-Mosbach.

Frühneuzeit

Im Bauernkrieg 1525 war das Kreisgebiet einer der wichtigen Schauplätze der Ereignisse. Götz von Berlichingen, der den Hellen Haufen der Odenwälder und Neckartaler Bauern anführte, bewohnte die Burg Hornberg bei Neckarzimmern bis zu seinem Tod 1562. Die Reformation, zunächst die lutherische, dann die calvinistische, konnte sich vor allem in der Kurpfalz dauerhaft durchsetzen, während in den Territorien des Mainzischen Erzstifts und des Würzburgischen Hochstifts die Bevölkerung katholisch blieb. Der Dreißigjährige Krieg verwüstete wie in vielen anderen Regionen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation weite Teile der Städte- und Dorflandschaft. Nach Schluss des Westfälischen Friedens 1648 dauerte es noch etwa 15 Jahre, bis verlassene und verödete Orte im Odenwald wieder besiedelt wurden.
Bis zur territorialen Neuordnung 1803 im Gefolge der Koalitionskriege gegen Napoleon blieben die Machtverhältnisse im Kreisgebiet in den nächsten eineinhalb Jahrhunderten relativ stabil.

Burg Hornbergneu
Burg Hornberg

Territoriale Neuordnung 1803/1806

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss und dem Ende des Alten Reiches änderte sich das schlagartig. Größter Nutznießer der Zerschlagung der Kurpfalz war das Haus Baden. Im heutigen Kreisgebiet und darüber hinaus wurde zunächst aus kurpfälzischen sowie aus säkularisierten geistlichen mainzischen und würzburgischen Territorien das Fürstentum Leiningen gebildet, welches dem Fürstenhaus zur Entschädigung seiner linksrheinischen Gebietsverluste zugesprochen wurde. Das Fürstentum Leiningen hatte nur etwa drei Jahre Bestand, zwischen 1803 und 1806. Durch die Mediatisierung der kleineren Territorien, der sich neben dem Fürstentum Leiningen auch die zahlreichen Reichsritter beugen mussten, fiel das gesamte Kreisgebiet dem Haus Baden zu.

Waldleiningen
Schloss Waldleiningen

Eingliederung des Kreisgebiets in die badische Verwaltung

Das Großherzogtum begann sogleich die neu hinzu gekommenen Territorien in den badischen Staat zu integrieren. Bis 1918 erfuhr die Verwaltungsgliederung mehrere Umgestaltungen. Auf unterer Ebene der Staatsverwaltung wurden Bezirksämter eingerichtet. Erst 1863 wurden mit der Einrichtung von Kreisverbänden die staatlichen Bezirksämter durch echte Selbstverwaltungskörperschaften ergänzt.

BadischesWappen Kopie
Badisches Wappen

Das heutige Gebiet des Neckar-Odenwald-Kreises gehörte bis zur Auflösung der Kreisverbände 1939 zum Kreis Mosbach und war von 1925 bis 1936, nachdem die Zahl der Bezirksämter reduziert wurde, in die Amtsbezirke Adelsheim, Mosbach und Buchen eingeteilt. Drei Jahre vor Einrichtung der Landkreise in ihrer Doppelfunktion als untere staatliche Verwaltungsbehörden und als Selbstverwaltungskörperschaften wurde der Amtsbezirk Adelsheim in den Amtsbezirk Buchen eingegliedert, so dass schließlich 1939 auf dem heutigen Kreisgebiet die Landkreise Mosbach und Buchen bestanden.

Wiederaufbau nach 1945

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gehörten diese beiden Landkreise zu denjenigen im Südwesten, die überdurchschnittlich viele Heimatvertriebene und Flüchtlinge aufnahmen und integrierten, und das, obwohl sie zu den strukturell weniger entwickelten Gebieten im 1952 aus der Taufe gehobenen Bundesland Baden-Württemberg zählten. Ab den 1950er Jahren jedoch nahm die Entwicklung der Landkreise Mosbach und Buchen einen positiven Verlauf. Förderprogramme und insbesondere die Planungsgemeinschaft Odenwald, welche sich aus den Landkreisen Sinsheim, Mosbach, Buchen und Tauberbischofsheim zusammensetzte, gaben wichtige Impulse für die Entwicklung der Infrastruktur.
 

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Landkreis Mosbach
Dr.Dr. Erwin Dörzbacher
Landrat (1945-1954)

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Landrat (1954-1972)
Dr. Ernst Ditton
   
   

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Landkreis Buchen
Franz Xaver Schmerbeck Landrat (1946-1964

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Hugo Geisert
Landrat (1964-1972)
und erster Landrat des NOK (1973-1981)

 

Die Kreisreform 1973 schloss die beiden Landkreise Mosbach und Buchen unter Abgabe einiger Gemeinden an die Landkreise Rhein-Neckar, Heilbronn und Hohenlohe sowie an den Main-Tauber-Kreis zum neuen Odenwaldkreis zusammen, der 1974 wegen Verwechslungsgefahr mit dem gleichnamigen hessischen Nachbarkreis zum Neckar-Odenwald-Kreis umbenannt wurde